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Unternehmenssanierung: Was könnte sich bei der Schweizer Emissionsabgabe ändern? Der Bund schlägt vor, die Befreiung von der Emissionsabgabe bei Unternehmenssanierungen zu vereinfachen und die bisherige Grenze von 10 Millionen Franken aufzuheben. Dabei handelt es sich um einen Gesetzgebungsvorschlag, der nicht als bereits geltende Massnahme betrachtet werden darf.

Der Vorschlag des Bundesrates zielt darauf ab, die Befreiung von der Emissionsabgabe bei Unternehmenssanierungen zu vereinfachen, die Grenze von 10 Millionen Franken aufzuheben und den administrativen Aufwand zu reduzieren. Die Änderung darf jedoch nicht als bereits in Kraft betrachtet werden: Ihr endgültiger Inhalt und ihre Auswirkungen hängen vom weiteren Gesetzgebungsverfahren ab. Unternehmen, die eine Sanierung in Betracht ziehen, sollten deshalb die anwendbaren Vorschriften prüfen und die steuerlichen Auswirkungen sorgfältig analysieren, bevor sie entsprechende Massnahmen ergreifen.

von Team Fidav 12. Oktober 2026 7 min Lesezeit
Artikel-Cover: Unternehmenssanierung: Was könnte sich bei der Schweizer Emissionsabgabe ändern? Der Bund schlägt vor, die Befreiung von der Emissionsabgabe bei Unternehmenssanierungen zu vereinfachen und die bisherige Grenze von 10 Millionen Franken aufzuheben. Dabei handelt es sich um einen Gesetzgebungsvorschlag, der nicht als bereits geltende Massnahme betrachtet werden darf.

Hintergrund: Ein Vorschlag zur Vereinfachung von Unternehmenssanierungen

Am 19. Juni 2026 hat der Bundesrat eine Vernehmlassung zu verschiedenen Gesetzesänderungen eröffnet. Diese sollen den administrativen Aufwand für Unternehmen reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Schweiz stärken.

Zu den vorgeschlagenen Massnahmen gehört eine Änderung des Bundesgesetzes über die Stempelabgaben (StG). Ziel ist es, die Behandlung der Emissionsabgabe bei Unternehmenssanierungen zu vereinfachen.

Die Vernehmlassung zur Gesetzesänderung lief bis zum 12. Oktober 2026. Bei der in diesem Artikel beschriebenen Massnahme handelt es sich um einen Vorschlag. Sie darf daher nicht als bereits verabschiedete oder anwendbare Gesetzesänderung verstanden werden.

Was ist die Emissionsabgabe?

Die Emissionsabgabe ist eine Bundessteuer, die insbesondere bei der Gründung von Kapitalgesellschaften oder bei Erhöhungen des Eigenkapitals anfallen kann. Massgebend sind die Voraussetzungen der schweizerischen Gesetzgebung.

Bei bestimmten Sanierungssituationen sieht das geltende Recht eine Befreiungsmöglichkeit für bestimmte Gesellschafterbeiträge vor, die zum Ausgleich von Verlusten bestimmt sind. Derzeit unterliegt dieser Befreiungsmechanismus einer Grenze von 10 Millionen Franken. Um einen Erlass der Abgabe zu erhalten, kann ein entsprechendes Gesuch erforderlich sein.

Diese Regelungen können besonders relevant sein, wenn ein Unternehmen zusätzliche Beiträge seiner Gesellschafter benötigt, um seine Eigenkapitalbasis zu stärken und eine finanziell schwierige Phase zu bewältigen.

Was schlägt der Bundesrat vor?

Der Vorschlag zielt darauf ab, die Befreiung von der Emissionsabgabe bei Unternehmenssanierungen durch eine spezifische Gesetzesbestimmung zu vereinfachen.

Konkret sehen die vorgeschlagenen Änderungen Folgendes vor:

  • Die Aufhebung der Grenze von zehn Millionen Franken, die derzeit für die von der Befreiung erfassten Beiträge gilt.
  • Ein vereinfachtes Verfahren, durch das die Befreiung in den vorgesehenen Fällen ohne ein Gesuch um Erlass der Abgabe beansprucht werden könnte.
  • Eine Verringerung des administrativen und steuerlichen Aufwands für Unternehmen, die sich in einer Sanierungsphase befinden.

Nach den Schätzungen des Eidgenössischen Finanzdepartements könnte die potenzielle administrative und steuerliche Entlastung für die betroffenen Unternehmen insgesamt bis zu 10 Millionen Franken pro Jahr betragen. Dabei handelt es sich um eine Schätzung der erwarteten Auswirkungen des Vorschlags und nicht um eine garantierte Einsparung für jedes einzelne Unternehmen.

Welche Vorteile könnte die Änderung für Unternehmen bringen?

Sollte der Vorschlag in der vorgesehenen Form angenommen werden, könnte die Vereinfachung Unternehmen unterstützen, die zur Überwindung finanzieller Schwierigkeiten auf Gesellschafterbeiträge angewiesen sind.

Zu den möglichen Vorteilen zählen:

  • Mehr Flexibilität bei Sanierungsmassnahmen, auch wenn die Beiträge zehn Millionen Franken übersteigen.
  • Weniger administrative Formalitäten, da im Rahmen der vorgesehenen neuen Regelung kein Gesuch um Erlass der Abgabe mehr erforderlich wäre.
  • Mehr Planungssicherheit bei der Finanzplanung, dank eines potenziell einfacheren Rahmens zur Beurteilung von Gesellschafterbeiträgen.

Die tatsächlichen Auswirkungen hängen jedoch vom endgültigen Gesetzestext, den darin festgelegten Voraussetzungen und der konkreten Situation des jeweiligen Unternehmens ab.

Was sollten KMU berücksichtigen?

Unabhängig vom Ausgang des Vorschlags erfordert eine Unternehmenssanierung eine sorgfältige Analyse sowohl aus finanzieller als auch aus steuerlicher Sicht.

Vor der Durchführung neuer Gesellschafterbeiträge sollten insbesondere folgende Aspekte geprüft werden:

  • die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens;
  • die Art und der vorgesehene Zweck der geplanten Beiträge;
  • die Voraussetzungen für eine allfällige Befreiung von der Emissionsabgabe nach dem anwendbaren Recht;
  • die möglichen steuerlichen und buchhalterischen Folgen der Transaktion;
  • die erforderlichen Unterlagen und einzuhaltenden Verfahren.

Entscheidungen sollten nicht ausschliesslich auf eine Gesetzesänderung gestützt werden, die sich noch im Vernehmlassungsverfahren befindet. Sanierungsmassnahmen müssen auf Grundlage der Bestimmungen geplant werden, die zum Zeitpunkt der Durchführung tatsächlich anwendbar sind.

Die Bedeutung der Steuerplanung

Bei einer Sanierung geht es nicht nur darum, zusätzliche finanzielle Mittel zu beschaffen. Erforderlich ist vielmehr eine koordinierte Beurteilung der Eigenkapitalstruktur, des Liquiditätsbedarfs, der Gesellschafterbeiträge und der damit verbundenen steuerlichen Folgen.

Eine frühzeitige Planung hilft dabei, die verfügbaren Möglichkeiten zu erkennen, die anwendbaren Voraussetzungen zu prüfen und die Auswirkungen verschiedener Alternativen vor einer Entscheidung abzuwägen.

In diesem Zusammenhang kann es sinnvoll sein, die Entwicklung von Gesetzgebungsvorschlägen zu verfolgen, um mögliche künftige Chancen zu erkennen, ohne die Auswirkungen von Massnahmen vorwegzunehmen, die noch nicht in Kraft getreten sind.

Wie Fidav SA Sie unterstützen kann

Fidav unterstützt Unternehmen bei der Beurteilung steuerlicher, buchhalterischer und gesellschaftsrechtlicher Fragen. Dabei werden die individuelle Situation und der jeweils anwendbare rechtliche Rahmen berücksichtigt.

Im Zusammenhang mit einer Unternehmenssanierung kann eine vorgängige Analyse helfen, die Struktur der geplanten Transaktion zu prüfen, relevante steuerliche Aspekte zu erkennen und die Massnahmen auf die Ziele des Unternehmens abzustimmen.

Für weitere Informationen: info@fidav.ch

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