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Kupfer auf Höchstständen und Rohstoffe: was sich für Schweizer Unternehmen 2025-2026 ändert
Im Überblick. Kupfer verzeichnete im Mai 2026 ein Plus von über 35% gegenüber dem Vorjahr (Quelle: Trading Economics / LME-Daten), mit einer besonders ausgeprägten Beschleunigung zwischen Oktober 2025 und Februar 2026. Für Schweizer KMU im Bauwesen, in der Maschinenindustrie und im Anlagenbau sind die Auswirkungen auf die Produktionskosten real. Die gute Nachricht: Es gibt Instrumente zur Risikosteuerung — sie verlangen aber Planung, nicht Reaktion.
„Doctor Copper": warum Kupfer etwas über die Wirtschaft sagt
Kupfer wird informell „Doctor Copper" genannt, gerade weil seine Nachfrage die reale Industrietätigkeit widerspiegelt: Es wird im Bau, in Stromnetzen, in Maschinen, in Fahrzeugen, in der Elektronik eingesetzt. Steigen die Preise stark, läuft in der Regel die globale Industrie — und umgekehrt.
Der Anstieg 2025-2026 hat sowohl strukturelle als auch konjunkturelle Komponenten. Strukturell ist die Energiewende eine riesige und wachsende Nachfragequelle: Erneuerbare, Elektrofahrzeuge und Verteilnetze benötigen viel mehr Kupfer als die traditionellen Technologien. Konjunkturell hat China — das allein rund 51% des Weltkupfers absorbiert — die Nachfrage trotz makroökonomischer Unsicherheiten hoch gehalten.
Auf der Angebotsseite ist die Lage weniger erfreulich: Chile (weltweit grösster Produzent) musste bei Codelco, dem grössten staatlichen Produzenten, erhebliche Kostensenkungen vornehmen, und die offiziellen LME-Bestände sind geschrumpft — ein Zeichen für einen Markt unter Spannung zwischen Nachfrage und Verfügbarkeit.
Der Verlauf 2025-2026
Der Kupfertrend zeigte 2025 zwei deutliche Phasen: einen relativ stabilen ersten Teil (bis September), dann eine klare Beschleunigung im letzten Quartal 2025 und in den ersten Monaten 2026. Zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 stieg der Preis in weniger als vier Monaten um über 20% (monatliche LME-Daten). Im Mai 2026 übersteigt der Anstieg gegenüber dem Vorjahr 35%.
Für ein KMU, das Kupfer als Rohstoff einkauft, übersetzt sich das direkt in einen Anstieg der variablen Produktionskosten. Wer mit Kunden Festpreisverträge ohne Anpassungsklauseln hat, erlebt eine Margenkompression, die sehr erheblich sein kann.
Am stärksten betroffene Schweizer Sektoren
Nicht alle KMU sind gleichermassen betroffen. In der Schweiz sind die am stärksten betroffenen Sektoren:
MEM-Industrie (Maschinen-, Elektro-, Metallindustrie): Es ist der am stärksten betroffene Produktionssektor, weil er die notwendigen Rohstoffe nahezu vollständig importiert und nicht auf eigene Ressourcen zurückgreifen kann. Swissmem, der Branchenverband, hat spezifische Richtlinien für das Rohstoff-Risikomanagement veröffentlicht — ein Zeichen, dass das Problem spürbar ist.
Bau und Anlagenbau: Elektroinstallationen, Sanitäranlagen, Leitungen, Schaltschränke — alles geht durch Kupfer. Der Schweizer Bau zeigte 2025 gemischte Signale: wachsende Aufträge (vor allem im öffentlichen Bau und im Wohnungsbau), aber auch eine Beschleunigung der Konkurse im Bereich der Bauspezialgewerbe.
Elektronik und Automobil: Elektrofahrzeuge enthalten deutlich mehr Kupfer als ein Benzinauto. Mit dem Wachstum der EV steigt die Abhängigkeit der Branche strukturell.
Erneuerbare Energien: Solarmodule, Windturbinen und Verteilnetze gehören zu den grössten Kupferverbrauchern pro installierter Kapazitätseinheit.
Das breitere Bild: nicht nur Kupfer
Kupfer ist nicht der einzige Rohstoff in Bewegung 2025-2026. Das Gesamtbild:
- Gold: anhaltender Anstieg wegen geopolitischer Risiken und Schutznachfrage.
- Lithium: starker Rebound nach dem Absturz 2023-2024, getrieben von der Erholung der EV-Batterie-Nachfrage.
- Stahl: moderateres Wachstum, rund 4-5% gegenüber dem Vorjahr.
- Aluminium: relativ stabil, im Einklang mit 2024.
- Brent-Öl: um die 95 USD/Fass (Mai 2026).
- Holz: begrenzte Bewegungen, relativ stabile Preise.
Für KMU in Industrie und Bau ist das Szenario eines von Druck an mehreren Fronten gleichzeitig, nicht nur beim Kupfer.
Wie die am besten vorbereiteten KMU das Risiko steuern
Die richtige Antwort ist nicht, auf fallende Preise zu hoffen. Es geht darum, eine Risikomanagement-Strategie aufzubauen, die zur eigenen Grösse passt.
Abhängigkeitsmapping: Der erste Schritt vor jeder Absicherung ist zu verstehen, wie stark Kupfer (oder andere Metalle) auf den gesamten Produktionskosten lastet. Swissmem bietet einen „Metal Risk Check" speziell für Unternehmen der MEM-Industrie. Ohne diese Basis ist jede Strategie blind.
Lieferantendiversifikation: Von einem einzigen Lieferanten oder einem einzigen geografischen Gebiet (z.B. Chile, Kongo) abhängig zu sein, erhöht das Risiko. Diversifikation ist kurzfristig teurer, reduziert aber die Verwundbarkeit.
Strategische Lagerbestände: Wenn die Preise auf akzeptablem Niveau sind, kann der Kauf von Beständen für 3-6 Monate Produktion rational sein — wenn der Cashflow es zulässt. Es ist keine Spekulation, es ist Lagerverwaltung.
Klauseln in Kundenverträgen: Rohstoffindexierungsklauseln in Offerten und Verträge aufzunehmen, ist in den betroffenen Sektoren Standard. Sie erlauben es, Kostenveränderungen oberhalb einer bestimmten Schwelle an den Kunden weiterzugeben. Wer das noch nicht tut, setzt sich unsichtbaren Margenverlusten aus, die erst beim Jahresabschluss sichtbar werden.
Termingeschäfte (Hedge): LME-Terminkontrakte erlauben es, den heutigen Kupferpreis für künftige Käufe festzuschreiben. Sie verlangen eine minimale Finanzstruktur, sind aber über Banken auch für KMU zugänglich.
Die Empfehlung von kmu.admin.ch, gestützt auf die KOF-Hinweise, ist klar: „In Zeiten der Instabilität muss man die Abhängigkeit von Risikoregionen reduzieren." Es ist nicht nur ein strategischer Rat — es ist eine operative Überlebensmassnahme.
Die Aussichten für 2026
Die Prognosen der grossen Banken für Kupfer 2026 weisen aufwärts, aber mit einer gewissen Variabilität: UBS schätzt die Notierungen zwischen 12'000 und 13'000 USD/Tonne, Goldman Sachs zwischen 10'000 und 12'650 USD/Tonne. Es sind Schätzungen, keine Gewissheiten — die Kupfervolatilität ist strukturell hoch.
Zu beobachten sind: der Verlauf der chinesischen Nachfrage (Frühindikator der globalen Industrieproduktion), das tatsächliche Tempo der Energiewende und der Elektrifizierung, die Investitionsentscheidungen der grossen Minenproduzenten und die geopolitischen Spannungen, die die Angebotsströme unterbrechen können.
Für ein KMU ist die praktische Schlussfolgerung diese: planen, als ob die Rohstoffpreise 2026 hoch blieben. Sinken sie dann, ist es eine angenehme Überraschung. Das Gegenteil ist viel kostspieliger.
Wie wir Ihnen helfen
Für ein KMU mit hoher Rohstoffexposition ist die analytische Buchhaltung das Instrument, das eine Marktangabe (Kupferpreis +35%) in eine konkrete Managementantwort verwandelt: Wie stark wirkt sich das auf die Produktionskosten aus? Auf welchen Auftrag? Auf welche Marge? Ohne diese Sichtbarkeit entdeckt der Unternehmer das Problem erst, wenn er den Abschluss sieht — oft zu spät.
Fidav begleitet KMU im Tessin und in der Schweiz mit einer aktuellen Buchhaltung und der Unterstützung bei der Finanzplanung, die nötig sind, um fundierte Entscheidungen zu treffen, auch zum Rohstoff-Risikomanagement. Vertiefen Sie unsere Buchhaltung und Finanzverwaltung und die Gesellschafts- und Strategieberatung.
Möchten Sie verstehen, wie sich die Rohstoffvolatilität auf die Margen Ihres Unternehmens auswirkt? Schreiben Sie uns auf WhatsApp unter +41 79 741 02 89 oder rufen Sie +41 91 640 40 20 an.
FAQ (auf der Seite sichtbar + FAQPage-Schema oben)
Warum ist der Kupferpreis 2025-2026 so stark gestiegen? Der Anstieg wird von mehreren Faktoren getrieben: chinesische Nachfrage (rund 51% des Weltkupfers), Energiewende (Erneuerbare, EV, Stromnetze), schrumpfende LME-Bestände und Angebotsprobleme in Chile. Hinzu kommen spekulative Elemente und der schwache Dollar, der Kupfer für internationale Käufer zugänglicher macht.
Welche Schweizer Sektoren sind am stärksten vom teuren Kupfer betroffen? Die am stärksten betroffenen Sektoren sind die Maschinen- und Elektroindustrie (MEM), Bau und Anlagenbau, Elektronik und Automobil. Die Schweizer MEM-Industrie ist besonders verwundbar, da sie die nötigen Rohstoffe nahezu vollständig importiert.
Wie kann sich ein Schweizer KMU vor der Kupfervolatilität schützen? Die Hauptstrategien sind: die Abhängigkeit von kritischen Metallen kartieren (Swissmem hat ein spezifisches Werkzeug), Lieferanten diversifizieren, strategische Bestände bilden, Indexierungsklauseln in Kundenverträge einfügen und Termingeschäfte erwägen, um Preise auf vorhersehbaren Horizonten festzuschreiben.
Bewegt sich nur Kupfer oder auch andere Rohstoffe? 2025-2026 haben sich mehrere Metalle deutlich bewegt: Gold verzeichnete wegen geopolitischer Risiken wichtige Anstiege, Lithium hat nach dem Absturz 2023-2024 rebounded, Stahl wies ein begrenztes Wachstum auf. Aluminium blieb relativ stabil. Kupfer ist jenes mit den direktesten Auswirkungen für die Schweizer Industrie.
Welche Prognosen gibt es für den Kupferpreis 2026? UBS schätzt die Notierungen zwischen 12'000 und 13'000 USD/Tonne, Goldman Sachs zwischen 10'000 und 12'650 USD/Tonne für 2026. Es sind aufwärtsgerichtete Schätzungen, aber mit hoher Unsicherheit. Die praktische Empfehlung für KMU lautet: planen, als blieben die Preise hoch, ohne auf einen Rückgang zu wetten.
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