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Künstliche Intelligenz in Schweizer KMU: Adoption, Chancen und was 2026 zu tun ist

2025 nutzen 34% der Schweizer KMU bewusst KI. Zahlen, Nutzen, Schweizer Regulierung (revDSG) und praktischer Aktionsplan für eine sinnvolle und konforme Einführung.

von Team Fidav 8. Oktober 2025 5 min Lesezeit
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Künstliche Intelligenz in Schweizer KMU: Adoption, Chancen und was 2026 zu tun ist

Kurz gesagt. 2025 setzen 34% der Schweizer KMU bewusst künstliche Intelligenz ein — gegenüber 22% im Vorjahr. 57% der Anwender melden konkrete Zeitersparnis. Die wichtigsten Anwendungen sind Übersetzung, Automatisierung der Korrespondenz und Datenanalyse. Das grösste Hindernis ist nicht der Preis, sondern die Datenführung und revDSG-Konformität: Nur 34% der KMU haben präzise Regeln, was in KI-Tools eingegeben werden darf. Die Schweiz hat noch kein KI-Gesetz, das revDSG gilt jedoch bereits — und ein Vorentwurf wird Ende 2026 erwartet.

Die Zahlen 2025: KI wächst rasch in Schweizer KMU

Die AXA+Sotomo-Studie 2025, auch von kmu.admin.ch publiziert, liefert die aktuellste Aufnahme der KI-Adoption in Schweizer KMU. Innerhalb eines Jahres war die Veränderung deutlich:

  • 34% setzen KI bewusst ein (2024: 22%, +12 Punkte).
  • 37% haben bereits Tests oder Pilotprojekte durchgeführt.
  • 29% nutzen KI in keiner Form (2024: 45%, -16 Punkte).

Die Raiffeisen-Studie 2024 zum KI-Sektor ergänzt eine interessante Zahl: 54% der KMU hatten bereits Pilotprojekte lanciert, aber nur 9% setzten KI systematisch ein. Es gibt also einen breiten Bereich von Unternehmen, die KI erkundet, aber noch nicht wirklich in Prozesse integriert haben.

Die Gesamtaussage ist klar: KI ist keine Neuerung mehr nur für Grossunternehmen. Sie verbreitet sich rasch auch in KMU, häufig ohne strukturierte Strategie — aber sie verbreitet sich.

Wie sie eingesetzt wird: die häufigsten Anwendungen

Unter den Schweizer KMU, die KI-Tools nutzen, sind die häufigsten Anwendungen 2025 (Daten AXA+Sotomo):

Anwendung% KMU, die sie nutzen
Automatische Übersetzung52%
Korrespondenz und Automatisierung interner Prozesse47%
Optimierung der Arbeitsabläufe34% (+11 Punkte vs 2024)
Datenanalyse für strategische Entscheidungen32% (+10 Punkte)
Personalisierte Werbung und Marketing24%
Kundenservice und Kundensupport20%

Die beiden ersten Anwendungen — Übersetzung und Korrespondenz — sind die zugänglichsten, erfordern wenig Infrastruktur und liefern sofort sichtbare Ergebnisse. Folgerichtig ist hier die Verbreitung am höchsten.

Das stärkste Wachstum liegt in der Datenanalyse und der Optimierung von Workflows: zwei Bereiche, die echten Mehrwert für die Führung bringen, nicht nur kommunikative Bequemlichkeit.

Die Vorteile, die KMU tatsächlich messen

Was sagen jene, die KI-Tools bereits eingeführt haben? Daten derselben AXA+Sotomo-Studie 2025:

  • 57% melden konkrete Zeitersparnis (2024: 46%, +11 Punkte).
  • 45% sehen in der KI einen Wettbewerbsvorteil für ihr Unternehmen (+10 Punkte).
  • 60% halten sie für eine Chance für die Zukunft.
  • 10% verzeichnen Umsatzwachstum dank KI.
  • Nur 2% haben Personal aufgrund der KI reduziert.

Letzteres ist wichtig: Die Beschäftigungswirkung ist überwiegend neutral oder positiv. KI verändert die geforderten Kompetenzen — einige Tätigkeiten werden automatisiert, neue entstehen —, ist aber nicht das Jobabbau-Werkzeug, das viele fürchten.

Das Haupthindernis: Daten und Compliance

Die echte Bremse ist nicht der Preis der Tools (immer zugänglicher), sondern die Datenverwaltung. Nur 34% der Schweizer KMU haben präzise Regeln definiert, welche Daten in KI-Tools eingegeben werden dürfen. Die Lage verschlechtert sich in kleineren Unternehmen: Bei KMU mit 5-9 Mitarbeitenden haben nur 23% interne Regelungen zu Daten in der KI.

Hier setzen sich viele KMU realen Risiken aus: Kundendaten, Vertragsinformationen, Gesundheitsdaten von Mitarbeitenden könnten in KI-Systeme gelangen, ohne dass das Unternehmen die Datenschutzimplikationen geprüft hat. Und das revDSG gilt bereits.

Weitere von den KMU genannte Hindernisse: fehlende interne Kompetenzen, Integrationskosten in bestehende Systeme und regulatorische Unsicherheit. Die negative Wahrnehmung der KI ist hingegen gesunken: Nur 13% sehen sie 2025 negativ, gegenüber 20% im 2024.

Der Schweizer Rechtsrahmen: was heute schon gilt

Diesen Punkt missverstehen KMU häufig — es lohnt sich, klar zu sein.

Die Schweiz hat 2026 kein spezifisches KI-Gesetz. Der Ansatz des Bundesrats ist sektorspezifisch: Bestehende Gesetze werden Branche für Branche angepasst, statt eine bereichsübergreifende Norm wie den EU-AI-Act zu schaffen.

Was läuft:

  • März 2025: Die Schweiz hat das Übereinkommen des Europarats über KI unterzeichnet, den internationalen Referenzvertrag. Der Bundesrat hat das Ratifizierungsverfahren am 12. Februar 2025 eingeleitet.
  • Bis Ende 2026: Vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) ist ein Vorentwurf zu Transparenz, Datenschutz und Diskriminierungsfreiheit in der KI geplant, ergänzt durch einen nicht verbindlichen Massnahmenplan des UVEK.
  • Die Schweiz wendet den EU-AI-Act nicht automatisch an: Sie verfolgt einen eigenständigen, an europäischen Prinzipien orientierten Weg, ohne daran gebunden zu sein.

Was heute schon gilt: das revDSG. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) hat offiziell bestätigt, dass das neue Bundesgesetz über den Datenschutz (in Kraft seit dem 1. September 2023) direkt auf die KI-basierte Verarbeitung personenbezogener Daten anwendbar ist. Das Gesetz ist technologieneutral formuliert und gilt auch für KI-Systeme.

Die daraus folgenden konkreten Pflichten:

  • Transparenz: Wer KI einsetzt, muss Zweck, Funktionsweise und Datenquellen offenlegen.
  • Information: Nutzer und Kunden haben das Recht zu wissen, dass sie mit einer Maschine interagieren.
  • Folgenabschätzung: Bei Hochrisikofällen (automatisierte Entscheidungen über Personen, Profiling, Bearbeitung sensibler Daten) ist eine vorgängige Beurteilung erforderlich.
  • Untersagte Anwendungen: Grossflächige Gesichtserkennung, Überwachung der Lebensführung, "Social-Credit"-Systeme sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Auf ein neues Gesetz zu warten, ist nicht nötig: Die revDSG-Konformität ist bereits Pflicht für alle, die KI-Tools mit personenbezogenen Daten nutzen.

KI in Buchhaltung und Verwaltung: praktische Anwendungsfälle

Für KMU, die einen konkreten Einstieg suchen, ist der Verwaltungs- und Buchhaltungsbereich jener mit dem besten Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen:

  • OCR und Rechnungsautomatisierung: Systeme, die Rechnungen automatisch erkennen, Daten extrahieren und ohne manuelle Eingabe in die Buchhaltung übernehmen. Reduziert Fehler und Zeit, messbarer Effekt bereits in den ersten Wochen.
  • Korrespondenzautomatisierung: Behandlung von Standard-E-Mails, Bestätigungen, Mahnungen, Dokumentanfragen — ohne dass das Team jede repetitive Nachricht manuell beantworten muss.
  • Automatische Dokumentzusammenfassung: Verträge, Protokolle, Berichte — die KI extrahiert Kernpunkte und reduziert Lese- und Prüfaufwand.
  • Prädiktive Cashflow-Analyse: Tools, die historische Buchhaltungsdaten nutzen, um die Liquidität zu prognostizieren und potenzielle Probleme zu signalisieren, bevor sie zur Krise werden.
  • Rechts- und Steuerrecherche: Systeme, die in aktuellen Vorschriften automatisch nach Antworten auf spezifische Fragen suchen.

Das sind alles bereits verfügbare und für KMU zugängliche Werkzeuge, keine Forschungsprojekte: Viele bereits eingesetzte Buchhaltungssoftwares integrieren einige dieser Funktionalitäten.

Aktionsplan für ein KMU, das 2026 starten will

Der von SECO und den wichtigsten Studien empfohlene Plan ist graduell — keine Revolution, sondern eine progressive Integration:

  1. Bereiten Sie Ihre internen Daten vor: Bevor irgendein KI-Tool eingesetzt wird, müssen die Daten geordnet sein. Unstrukturierte Eingaben erzeugen unbrauchbare Outputs.
  2. Beginnen Sie mit einfachen Anwendungen: Übersetzung, Korrespondenzverwaltung, automatische Rechnungsverarbeitung. Geringes Risiko, sichtbarer Nutzen sofort.
  3. Schulen Sie das Personal: Es braucht keine tiefgehende technische Schulung — wer die Tools nutzt, muss verstehen, was eingegeben werden darf und wie der Output zu beurteilen ist.
  4. Definieren Sie klare Datenregeln: Welche Daten dürfen in externe KI-Tools? Kundendaten nie ohne Prüfung. Vertragsdaten nur mit angemessenen Schutzmassnahmen.
  5. Prüfen Sie die revDSG-Konformität: bereits anwendbar. Wer KI-Tools mit personenbezogenen Daten von Mitarbeitenden, Kunden oder Lieferanten nutzt, benötigt für Hochrisikofälle eine Folgenabschätzung.
  6. Kommunizieren Sie transparent: Wenn KI in der Kommunikation mit Kunden oder Lieferanten zum Einsatz kommt, informieren Sie diese. Nicht nur aus gesetzlicher Pflicht: Transparenz schafft Vertrauen.

Wie wir Sie unterstützen

Fidav bietet keine technologische KI-Beratung, arbeitet aber täglich mit dem Rohstoff der Unternehmens-KI: den Daten. Buchhaltung, Bilanzen, Dokumente, Fristen, administrative Prozesse — alles Informationen, die, wenn gut organisiert, viel effizienter geführt werden können, auch mit Unterstützung der richtigen digitalen Werkzeuge.

Wenn Sie prüfen, wie Sie Ihre administrativen Prozesse digitalisieren, die Buchhaltung so ordnen, dass sie als Entscheidungsinstrument dient, oder Ihre Daten revDSG-konform verwalten, sind wir der Ansprechpartner für die treuhänderischen und Compliance-Aspekte. Vertiefen Sie unsere Buchhaltung und Finanzverwaltung und unsere Gesellschafts- und Strategieberatung.

Möchten Sie verstehen, wie Sie Ihr KMU effizienter und digitaler machen? Schreiben Sie uns auf WhatsApp an +41 79 741 02 89 oder rufen Sie +41 91 640 40 20 an.

FAQ (auf der Seite + FAQPage-Schema oben sichtbar)

Wie viele Schweizer KMU nutzen 2025 künstliche Intelligenz? Gemäss der von kmu.admin.ch veröffentlichten AXA+Sotomo-Studie 2025 nutzen 34% der Schweizer KMU 2025 bewusst KI-Werkzeuge — gegenüber 22% im 2024. 37% haben bereits Tests oder Pilotprojekte durchgeführt. Nur 29% nutzen KI in keiner Form, gegenüber 45% im Vorjahr.

Wofür nutzen die Schweizer KMU KI? Die verbreitetsten Anwendungen sind automatische Übersetzung (52%), Korrespondenzverwaltung und Automatisierung interner Prozesse (47%), Datenanalyse für strategische Entscheidungen (32%) und Optimierung der Arbeitsabläufe (34%, +11 Punkte gegenüber 2024).

Hat die Schweiz ein Gesetz zur künstlichen Intelligenz? Nein, 2026 hat die Schweiz noch kein spezifisches KI-Gesetz. Der Ansatz ist sektorspezifisch. Die Schweiz hat im März 2025 das Übereinkommen des Europarats über KI unterzeichnet. Bis Ende 2026 ist ein Vorentwurf geplant. Das revDSG (in Kraft seit September 2023) gilt bereits direkt für die KI-basierte Datenverarbeitung.

Ist der KI-Einsatz im Unternehmen mit dem revDSG vereinbar? Ja, jedoch mit präzisen Pflichten. Der EDÖB hat bestätigt, dass das revDSG direkt auf KI anwendbar ist. Wer KI einsetzt, muss Transparenz gewährleisten, Nutzer informieren, wenn sie mit einer Maschine interagieren, und bei Hochrisikofällen eine Folgenabschätzung durchführen. Nur 34% der Schweizer KMU haben aktuell präzise Regeln zu den in KI-Tools eingebbaren Daten.

Wo beginnt ein Schweizer KMU, das 2026 KI einführen will? Der erste Schritt: die internen Daten ordnen und mit einfachen Anwendungen starten — automatische Übersetzung, Korrespondenzverwaltung, automatische Rechnungsverarbeitung (OCR). Anschliessend Personalschulung, klare Regeln zu den in KI-Tools eingebbaren Daten und Prüfung der revDSG-Konformität.

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